Ohne Equipment, ohne Fitnessstudio – in 10 Minuten zwischen Wickeln und Wäscheberg.
Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du darüber kaufst, erhalte ich eine kleine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten.
Draußen ist es grau, nass und kalt. Der Spaziergang mit dem Kinderwagen fällt aus. Und mit ihm oft auch alles, was du sonst nebenbei für deinen Beckenboden getan hast.
Das ist kein Drama. Dein Beckenboden braucht weder Sonne noch Fitnessstudio. Er braucht ein paar Minuten und ein bisschen Regelmäßigkeit.
In diesem Artikel zeige ich dir 5 einfache Übungen für drinnen. Und wie du sie so in deinen Alltag einbaust, dass sie wirklich passieren.
Kurz vorweg: Ich bin keine Physiotherapeutin. Das hier sind sanfte Basics aus Mama-Sicht und kein Ersatz für Rückbildungskurs oder ärztliche Beratung.
Warum der Beckenboden im Herbst und Winter so schnell untergeht
Ehrlich gesagt: Im Sommer klappt vieles nebenbei. Du bist draußen, in Bewegung, hast mehr Energie. Im Herbst kippt das.
- Weniger Spaziergänge, weil es regnet oder früh dunkel wird
- Mehr Müdigkeit und weniger Motivation
- Erkältungswellen, die den ganzen Rhythmus durcheinanderbringen
- Kein Zeitfenster, das feststeht
Dazu kommt: Einen schwachen Beckenboden spürst du nicht sofort. Es tut nicht weh, wenn du das Training ausfallen lässt. Deshalb rutscht er ganz nach unten auf die Liste.
Bevor du loslegst: 3 Dinge, die du wissen solltest
- Grünes Licht: Für gezieltes Training warte am besten die Nachuntersuchung ab und frag deine Hebamme oder Ärztin, ab wann es für dich passt. Nach einem Kaiserschnitt gilt das genauso.
- Beschwerden ernst nehmen: Bei Schmerzen, Druckgefühl nach unten oder ungewolltem Urinverlust ist eine Beckenboden-Physiotherapie der bessere erste Schritt.
- Rektusdiastase: Wenn du eine Rektusdiastase hast oder vermutest, lass dir die Übungen individuell zeigen.
Die 5 Übungen für drinnen
Du brauchst nur eine Matte oder eine Decke. Mach jede Übung ruhig und ohne Druck. Lieber wenige saubere Wiederholungen als viele hektische.
Übung 1: Die Atem-Basis
Leg dich auf den Rücken, Knie angewinkelt, Füße hüftbreit. Die Hände liegen seitlich auf den unteren Rippen.
- Atme durch die Nase ein. Spür, wie sich die Rippen weiten.
- Atme lange durch den Mund aus. Stell dir vor, der Beckenboden hebt sich dabei sanft nach oben, wie ein Fahrstuhl.
- Beim nächsten Einatmen darf alles wieder loslassen.
5 bis 8 Atemzüge reichen. Diese Übung ist die Grundlage für alle anderen.
Übung 2: Beckenkippen
Gleiche Ausgangsposition. Beim Ausatmen rollst du das Becken langsam Richtung Bauchnabel. Der untere Rücken sinkt in die Matte. Beim Einatmen rollst du zurück.
8 bis 10 Wiederholungen. Klein und langsam ist besser als groß und schnell.
Übung 3: Die Brücke
- Aus der Rückenlage atmest du aus und hebst das Becken Wirbel für Wirbel ab.
- Oben kurz halten, dabei Beckenboden sanft aktivieren.
- Einatmen, dann beim Ausatmen langsam wieder abrollen.
6 bis 8 Wiederholungen. Achte darauf, dass sich dein Bauch nicht nach oben wölbt. Wenn doch, geh nur halb hoch.
Übung 4: Vierfüßler mit Atmung
Geh auf Hände und Knie. Hände unter den Schultern, Knie unter den Hüften.
- Einatmen: Der Rücken wird lang.
- Ausatmen: Du rundest den Rücken leicht und hebst den Beckenboden sanft an.
6 bis 8 Atemzüge. Diese Übung geht super, wenn dein Baby daneben liegt und dich anschaut.
Übung 5: Die Alltags-Übung
Die beste Übung machst du ohne Matte. Immer wenn etwas anstrengend wird, gilt: erst ausatmen, dann anpacken.
- Bevor du das Baby hochhebst
- Bevor du den Kinderwagen anschiebst
- Bevor du niest oder hustest
Atme dabei aus und aktiviere den Beckenboden sanft. So entlastest du ihn genau in den Momenten, in denen er am meisten arbeiten muss.
So bringst du die Übungen in deinen Alltag
Das Schwierigste ist nicht die Übung. Sondern der Moment, in dem du sie machst. Hilfreich ist ein fester Anker, an dem du dich festhältst:
- Nach dem Wickeln: 5 Atemzüge, Übung 1
- Während der Wasserkocher läuft: Übung 5 üben, im Stehen
- Wenn dein Baby auf der Decke liegt: Übung 4
- Abends vor dem Schlafen: 10 Beckenkippen im Bett
Starte klein. 3 Minuten am Tag sind besser als 30 Minuten einmal im Monat. Wenn du gut drin bist, kannst du auf 10 Minuten steigern.
Und wenn ein Tag ausfällt? Dann fällt er aus. Morgen ist wieder einer.
Was dir das Training zuhause leichter macht
Du brauchst nichts davon. Aber ein paar Kleinigkeiten machen es gemütlicher, und dann macht man es auch eher.
extra breite und rutschfeste Matte
Softball, hilft den Beckenboden besser zu spüren
Bolster, damit es gemütlich wird oder Halbmondkissen, dass sich auch zum stillen eignet
Fazit
Beckenboden-Training drinnen ist einfacher, als du denkst. Das Wichtigste in Kürze:
- 5 sanfte Übungen reichen: Atmung, Beckenkippen, Brücke, Vierfüßler und die Alltags-Übung
- Ein fester Anker im Alltag macht mehr aus als ein perfekter Plan
- Erst mit grünem Licht starten und bei Beschwerden Physiotherapie einbeziehen
Du musst nicht jeden Tag trainieren. Du musst nur wieder anfangen, wenn du mal aufgehört hast.
